Vom Draht zur Kette
Strand-Schönheiten unter sich: Die Springflut hat eine doppelte Auster an den Strand gespült - da fühlt sich der Aquamarin an der Silberkette wie zuhause.Es gibt wohl nur wenige Bereiche, bei denen man sich freut, dass man "unten durch" ist. Das Lieseln gehört dazu.
Mit der Strickliesel entsteht aus dem Silberdraht ein Silberschlauch, der zum Schmuckstück wird: Statt der Strickliesel von früher, bei der man um vier Schlaufen herum einen Wollschlauch lieselte, werden für diese Ketten Lieseln aus Metall verwendet. Je nachdem, was für einen Durchmesser die Kette später haben soll, ob man feineren oder dickeren Draht verwendet, nimmt man Lieseln von etwa 10 bis 14 Millimeter Durchmesser bis hin zu Lieseln, die ganze 4 Zentimeter Durchmesser haben. Je nach der Anzahl der „Dorne“, die auf eine Liesel gelötet werden, wird das Gestrick dichter oder feinmaschiger.
Beim Lieseln arbeitet man sich Runde um Runde voran und als ersten Erfolg freut man sich, dass man endlich "unten durch" ist - nämlich dass ein erstes Stück des Silberschlauchs aus dem unteren Ende der Liesel hervorlugt. Bis eine Kette fertig ist, braucht man Geduld. Ein Schlauch für eine Kette kann mit etwas Glück schon nach drei, vier Stunden fertig sein. Nach oben ist alles offen – die Zeit, die man braucht, hängt davon ab, welchen Draht, welche Liesel und welches „Muster“ man strickt. Das ist ähnlich wie beim Pulloverstricken: Mit dicker Wolle und dicken Nadeln geht es schneller als bei dünnen Nadeln und dünner Wolle. „Nebenbei“ lieseln und dabei z.B. fernsehen, geht übrigens nicht. Fernhören wäre der richtige Ausdruck, denn die Liesel verlangt genaues Hinsehen. Tausendprozentige Konzentration ist zum Beispiel gefragt, wenn auf der Liesel mit 20 Millimetern Durchmesser und 20 „Dornen“ gestrickt wird – da zählt man dann nicht mehr die Stunden, sondern die Tage.















